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Donnerstag, 9. September 2010
 
 
WM-Tagebuch Marcel Fehr PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Uwe Schneider   

Samstag, 24. Juli 2010 - Tag 6 der Wettkämpfe
Die U20-WM geht mit rasenden Schritten auf ihr Ende zu. Heute ist bereits der vorletzte Wettkampftag.

Das Wetter etwas bewölkt aber schön. Heute gibt es nur eine Wettkampfsession. Bis Freitag waren immer am Vormittag und am Abend je 2 Wettkampfsessions. Heute Mittag nur noch eine, dafür mit vielen Entscheidungen. Ich werde heute die eine oder andere Info noch ins Tagebuch stellen und mit dem heutigen Abend in Moncton das Tagebuch schließen. Über die morgige Athletenfeier muss Marcel selbst erzählen, das was er davon überhaupt erzählen will.

Es waren Supertage hier in Moncton. Alles perfekt organisiert, sowohl für Zuschauer als auch Athleten. Die Leute waren alle extrem freundlich und hilfsbereit egal ob im Supermarkt, im Restaurant oder rund um die Wetkämpfe. Kanada ist immer eine Reise wert. Das kann man definitiv sagen.

Vielen Dank an den Riesenzuspruch und die tolle Resonanz, die Marcel auf dieses Tagebuch erhalten hat. Im nächsten Jahr sind die Europameisterschaften in Tallinn in Finnland. Vielleicht gibt es ja wieder ein Tagebuch.

10:00 Uhr Für Marcel geht der Trainingsalltag heute weiter. Eine Stunde Dauerlauf und Gymnastik.

13:00 Uhr Marcel und Heimtrainer genießen den vorletzten Wettkampftag zusammen im Stadion. Beginn
                  der Wettkämpfe um 13:30 Uhr. Wir werden uns vor allem die 800m Semi-Finals
                  und das Finale über die 5000m anschauen. Es ist ein schöner Tag in Kanada.

16:50 Uhr Vorletzter Wettkampftag geht mit den 4x100m-Staffeln zu Ende. Mädels sprinten zu Silber.
                  Dazu eine weitere Silbermedaille im Stabhochsprung der Mädels. Ergebnisse unter iaaf.org
                  Der 5000m-Lauf war beeindruckend. Kenias Coach hat in Leipzig Sport studiert. Marcel hat
                  genau zugeschaut, wie die Kenianer ihre Gegner mürbe gelaufen haben.

17:30 Uhr Das war das WM-Tagebuch aus Moncton/Kanada. Die Schlussfeier und die Athletenparty
                  überlassen wir den Athleten. Eins ist jedenfalls sicher. Marcel wird todmüde in Deutschland
                  ankommen und einige Tage durchschlafen müssen. Aber bei den Deutschen 
                 Jugendmeisterschaften in Ulm will er wieder ausgeschlafen sein.

                 Wer das Tagebuch verfolgt hat und Marcel in unserer Nähe einmal laufen sehen will, kann nach
                Ulm zur Deutschen Meisterschaft fahren:
                               
                                        Termin:  Samstag, 07. August 2010 Vorlauf 1500m Start 10:10 Uhr
                                  Sonntag, 08. August 2010  Finale (wenn alles gut geht) 1500m Start 12:55 Uhr

      IN KÜRZE SIND WIEDER NEUE BILDER ONLINE - also am Sonntag weiter die Bildergalerie zur WM durchsehen

                                     TSCHÜS AUS MONCTON - ICH HOFFE ES HAT ALLEN SPASS GEMACHT

Freitag, 23. Juli 2010 - GENUSSTAG
05:00 Uhr Der Trainer ist immer noch wach, nachdem es in der Nacht Probleme mit der Aktualiserung
                  der Homepage gab und statt jetzt aufzustehen, heißt es ein Nickerchen zu versuchen

                  Das wichtigste der Nacht:  Marcel ist 6. bei der U20 WM über 1500m bei den Männern
                                                                    Seine Zeit: 3:42,72 min - sensationell

               Wir hatten versprochen, etwas über die Taktik zu erzählen. Es waren 5 afrikanische Läufer aus
               4 verschiedenen Nationen, die alle eine Bestzeit unter 3:40 min haben. Der Rest des Feldes lag
               über 3:40 min. Wir gingen von einem sehr schnellen Rennen aus, damit die Afrikaner diese 
               "2-Klassengesellschaft" auch nach außen zeigen. Und alle die meinten, dieses Höllentempo am
               Anfang mitgehen zu müssen, würden das am Schluss bezahlen müssen. Marcel lief schnell,
               obwohl das am Ende des Feldes nicht so aussah. Aber er hielt sich an seinen Zeitplan und
               lief am Ende genau nach seinen Möglichkeiten. Leider brach der Spanier nicht ein. Da fehlte 
               am Ende eine Sekunde. Aber auch die Deutsche Fußballnationalmannschaft hat sich an
               Spanien bei der WM und der EM die Zähne ausgebissen.Natürlich waren noch weitere
               Varianten in der Taktik dabei - aber ein paar Geheimnisse müssen bleiben.

09:00 Uhr Die Sonne scheint wieder in Moncton. Es wird ein wunderbarer Tag. Die WM geht weiter,
              diesmal mit Marcel als Zuschauer. Endlich kann er die Atmosphäre und die Wettkämpfe
              von außen aufnehmen und genießen. Im Moment hat er sich noch nicht gemeldet. Er wird
               irgendwo im Stadion sitzen und sich heute die 800m-Vorläufe der Männer ansehen. Er
               wird dabei an seinen Freund und Trainingspartner Daniel Heckenlaible denken, der ohne 
              seine Verletzung eigentlich auch hier am Start stehen müsste. Wir grüßen von hier aus
              und wissen, dass Dani mitgefiebert hat und für die nächste Saison seine 1:49xx min weiter
              verbessern will. 

13:00 Uhr Statt Mittagsschlaf - Shoppen - MArcel hat heute seinen freien Tag und ist derzeit überall und
               nirgends. Eine SMS an den Trainer "mir gehts bestens - genieße jetzt alles". Da dann wollen wir
               nicht weiter nachfragen.
18:00 Uhr Marcel im Stadion als Zuschauer in der "Evening session". Er sieht die erste Deutsche
               Goldmedaille im Speerwurf, die 200m-Finals etc etc.
21:30 Uht ????
22:30 Uhr ???? auf jeden Fall keine Bettruhe
23:30 Uhr ?????
...
...
 

Donnerstag, 22. Juli 2010 - FINALTAG
ACHTUNG: Es gibt Links, die von Europa aus funktionieren müssten - dringend ausprobieren und wach bleiben
                                                           http://www.ag1tv.info/               oder
                  http://www.cbc.ca/video/#/Sports/Live_Streaming/ID=1532231068
     (Test ab heute 09:00 = 14:00 in Deutschland möglich, da startet die Vormittag-Übertragung aus Moncton)

Finalstart:  21:05 Uhr Local Time  (= 02:05 in der Nacht in Deutschland) - wäre 2:00 Nachts nicht die ideale Zeit
                    für ein Rennen für Christian Bauch... das nur so nebenbei.
Laut Startliste (vom Mittwochabend) startet Marcel auf der Innenbahn - das war wohl die schlechteste aller
Möglichkeiten (dafür haben wir sicherlich die beste Taktik). Von 43 Teilnehmern aus aller Herren Länder gehört
Marcel aber jetzt schon zu den besten 12 in der Welt. Das ist vor dem Finallauf schon fantastisch und jeder Platz, den er
sich dort noch verbessern kann ist sensationell. Er ist erst 18, läuft gegen die 19-jährigen und will / wird (?)  trotzdem
nicht Letzter werden. Er wird heute nochmal alles geben. Am Schluß des Tages verraten wir die Taktik, wie er hofft
Plätze gut zu machen. Gegen die afrikanische Übermacht ist allerdings heute (noch) kein Kraut gewachsen. Trotz aller
Träume und Emotionen bleiben wir auch realistisch.

AUFRUF: zeigt ihm, dass ihr heute Nacht wachbleibt und im Livestream mitfiebert und schickt ihm anschließend
                 alle einen Eintrag in Facebook, auf seine eMail-Adresse oder ins Gästebuch der Homepage. Das hat 
                 sich der Junge jetzt schon verdient.

06:00 Uhr  Der Trainer ist wach - aber schon todmüde - ist er doch vergangene Nacht das 1500m-Finale im Kopf
                    etwa 173 mal bereits selbst durchgelaufen. Dabei tauchten dann so wichige Fragen auf: wer hat eigentlich
                    das vom Dienstag verschwitzte Nationaltrikot gewaschen, wo doch die Mama nicht mit in Kanada ist?
                    Grüße an die Mama.
 07:00 Uhr Es passiert noch nichts, aber das ist das Schlimmste. Noch 12 Stunden. Soviel Waffeln mit Ahornsirup
                    kann man zum Frühstück gar nicht essen, um die Nerven zu beruhigen und den Tag rumzubringen.
07:30 Uhr Ein Blick aufs Wetter - es hat abgekühlt und in der Nacht wieder etwas geregnet. Wie vor dem Vorlauf.
                   Zum Glück ist es heute nicht mehr so heiß - die Unterkünfte ohne Klimaanlage waren nicht leicht
                   auszuhalten. Wenn wir allerdings heute Abend die angekündigten Stürme und Gewitter bekommen...
                   ... aber die Bedingungen werden für alle gleich sein.
08:00 Uhr Marcel und Timo werden von CH geweckt - man kann ja nicht dauernd schlafen
08:30 Uhr Frühstück mit Timo und Corinna - es gab Toast, Obst, - keine Waffeln und kein Ahornsirup
09:30 Uhr Es schüttet wie aus Eimern - Temperatursturz auf 19° (von gestern noch 30°). Weather-Forecast for
                   tonight in Moncton - heavy rain with thunderstorms! Na dann viel Spass. Im Schwimmen ist Marcel nicht
                   so gut..
09:30 Uhr Marcel verfolgt im Live-Stream am PC die Wettkämpfe vom Zimmer aus. Draußen ist es zu naß.
11:00 Uhr Regenklamotten überstreifen und 15-20 min in strömendem Regen joggen - das tut der Frisur nicht gut
                   2-3 Steigerungen, etwas ausdehnen und duschen
12:00 Uhr Mittagessen - es gibt fetten kanadischen Elch, 2 Double XL Hamburger, Pommes mit Mayonaise und 
                   und zum Abschluß 5 Donuts mit Schoko-Creme ... na, jetzt hab ich fälschlicherweise das Menü von Freitag
                   doch schon am Donnerstag eingetragen.....

13:00 Uhr Mittagsruhe 1/2 Stunde ein Nickerchen. Nicht zu lang - der Wecker ist gestellt.
13:30 Uhr Es regnet immer noch ununterbrochen. Das wird wohl so bleiben. Haben 2 Plastikponchos für den 
                   Regen gekauft (in blau), falls jemand im Live-Stream schaut.
14:30 Uhr Auch das noch: Feueralarm im Gebäude des Deutschen Teams. Alle Athleten müssen raus und stehen
                   draußen im Regen. So ein Mist. Bei diesem Wolkenbruch brauchen wir doch keine Feuerwehr oder hat
                   etwa ein Sportler geraucht - es sind insgesamt 8 Nationen in diesem Gebäude untergebracht. Übrigens,
                   auf dem Uni-Gelände sind 1400 Sportler plus Betreuer aus 170 Ländern verteilt.
14:40 Uhr Etwa 2 Stunden darf kein Sportler in das Gebäude zurück - und das vor dem Finale. Shit (muss ich das
                   Wort übersetzen)
14:45 Uhr Letztes Befinden: die Beine sind schon noch schwer vom Dienstag - 3:43 min läuft ein 18-jähriger nicht jeden
                   zweiten Tag. Obwohl er viel Ruhe hatte, ist Marcel noch müde und wir dürfen heute abend nicht zuviel
                   erwarten. Daumen drücken für jeden Platz besser als den Letzten. Eines ist sicher - er wird wieder kämpfen
                   bis zum Umfallen, so kennen wir ihn und so fürchten ihn seine Gegner im Wettkampf. Vor dem Vorlauf hatten
                   wir schon Franzosen belauscht, wie sie ziemlich lange über Marcel geredet haben.  
14:50 Uhr Der Zeitplan für heute abend:
                   18:30 Treffen vor dem Mannschaftsquartier.  Spaziergang zum Stadion/Aufwärmplatz
                   18:45 Besprechung des Rennverlaufes mit dem Heimtrainer. Motivation und Konzentration.
                   19:35 Beginn mit dem Aufwärmprogramm - 15 min einlaufen - Dehnen - Koordination
                              Alle Limes-Remsler kennen die Routine - das wird bei der WM nicht geändert 
                   20:35 Callroom - 30 min vor dem Start
                   20:55 Marcel und seine Konkurrenten werden ins Stadion geführt
                   21:05 FINALE - mit deutscher Beteiligung - mit LG Limes Rems - einer für alle
15:00 Uhr Da das Mannschaftsquartier gesperrt ist (Feueralarm) geht Marcel in die Cafeteria und isst seine
                   seine letzte Mahlzeit vor dem Wettkampf (Tee und Banane). Danach Rückzug in eine stille Ecke
                   und sich die Aufgabe nochmal verinnerlichen
15:45 Uhr Da die meisten der Zimmer in der Unterkunft jetzt "unter Wasser stehen" liegt Marcel in einer Ecke
                   der Cafeteria/Speisesaal und schreibt SMS an seinen Heimtrainer. Konzentriert sich und spürt, wie
                  sich die Spannung aufbaut. Läßt sich vom Feueralarm nicht nervös machen. Was für ein Typ !!
                  Im Moment ist kaum einer im Speisesaal, also Ruhe gewährleistet. "Mir gehts gut" - na dann!
16:00 Uhr Zur Situation:
                  Heute abend stellt sich ein Junge aus unserem Verein zum ersten Mal auf die große Bühne eines 
                  Finales einer U20-WM. Ohne Angst, ohne schlotternde Knie. Nein, der 18-jährige freut sich auf diesen
                  Lauf, er freut sich, dass er Laufen kann und darf. Das ist seine Leidenschaft, sein Talent und sein Leben.
                  Den ganzen Alltag des Jahres hat er dem Sport untergeordnet und heute abend läßt er es sich nicht
                  nehmen, diese 3 3/4 Runden im Stadion von Moncton/NewBrunswick in Kanada auszukosten, egal was
                  passiert. Das sind Momente im Leben, die man mit keinem Geld der Welt kaufen kann. Er wird wie immer
                  hellwach im Rennen sein, er wird mit einer Taktik für alle möglichen Rennverläufe sicher wissen, was er im
                  Rahmen seines Leistungsvermögens erreichen kann. Und er wird kämpfen mit allem, was sein Herz und
                  seine Beine hergeben. Mehr als 6 000 Zuschauer im Stadion werden die Läufer anfeuern. Die Kanadier
                  sind ein sportbegeistertes Volk. Da sitzen Renter und Kinder nebeneinander mit der kanadischen
                  Flagge in der Hand und  feuern die Jugend der Welt an! Und einer, "unser" Marcel, kann sich wie kein
                  zweiter von so einer Stimmung tragen lassen. Wir alle werden ihm die Daumen drücken, werden schreien
                  und anfeuern, was wir von außen tun können und Marcel wird laufen, wie noch nie zuvor in seinem Leben.
                  Und er ist ein Sportsmann durch und durch, der die Leistung seiner Gegner voll anerkennt. Denen, die
                  heute vor ihm sein werden, wird er die Hand reichen und gratulieren, weil er selbst am besten weiß, wie
                  schwer es ist, in diesen Leistungsbereichen zu laufen. Vorher aber wird er alles daransetzen, dass
                  er einige der 12 Finalisten hinter sich läßt. "Marcel lauf - zeig was Du drauf hast - diese Bühne hast
                  Du Dir verdient - erst wenn die Ziellinie erreicht ist, wird abgerechnet"
16:30 Uhr Countdown läuft - Heimtrainer muss das "Pressezentrum" im Hotel verlassen, um rechzeitig mit dem
                  Bus-Shuttle im Athletendorf und im Stadion zu sein. Marcel noch in der Cafeteria. Er wird in ein paar Minuten
                  auf sein Zimmer zurück können. Rucksack packen: Trikot, 3 Startnummern, Akkreditierung, Spikes,
                  Regenklamotten etc etc etc. Wenn er wieder auf sein Zimmer zurückkommt, dann ist für ihn sein Part
                  bei dieser WM beendet und er darf die Tage bis zur Rückreise endlich die Wettkämpfe von außen an-
                  sehen.
16:35 Uhr Ab jetzt laufen SMS zu unserem Webmaster - er wird die Homepage solange als möglich weiter aktuell
                  allen. Der Rest wird heute Nacht kanadischer Zeit erledigt, so dass zum Frühstück in Deutschland alle
                  Infos aktuell sein sollten.

18:30 Uhr Treffen an der Unterkunft. der Regen hat etwas nachgelassen dafür hat der Wind aufgefrischt.
                   Marcel ruhig und fokussiert. Wir warten wegen dem Regen noch ab und verlegen die Besprechung des 
                  Rennverlaufes in die Bibliothek
18:40 Uhr Der Feueralarm ist auch geklärt. Ein Athlet (nicht aus dem deutschen Team) hat seine Kleider an den
                  in jedem Raum installierten Wassersprenkler gehängt und diesen damit aus der Decke gezogen. Der löste
                  Feueralarm aus und Polizei und Feuerwehr evakuierten in 7 min das ganze Haus. Mehrere Zimmer wurden
                  danach überschwemmt. Marcel hatte Glück. Seine Unterkunft blieb verschont.
18:45 Uhr Zu nass draussen. Abmarsch 19 in die Aufwärmhalle, letzte Überlegungen zum Lauf. Gutes Gefühl. Marcel
                  unglaublich locker. Wie bei einer Kreismeisterschaft.
19:50 Uhr Erste Phase des Aufwärmens abgeschlossen. Jetzt leichte Koordination. Alles ok. Fuß schmerzfrei.
                   Lächeln im Gesicht. "fühle mich gut". Der Junge sieht sehr stark aus!
20:10 Uhr Kleine Schrecksekunde - eine Sehne zwickt in den Spikes. Nach 2 Runden lockeren Trabens: Entwarnung
!
                  Restlicher Ablauf Routine. Beine fast wieder im Normalzustand, Kopf ist frisch wie selten. Riesenfreude auf
                  den Lauf
20:35 Uhr Callroom - Marcel schaut sich seine Gegner an und sagt später, wen er mit Angst in den Augen gesehen
                  hat und wer einen entschlossenen Eindruck gemacht hat.
 
20:58 Uhr Marcel betritt das Stadion. Die vorletzte Entscheidung des Tages: 1500m Men.
                 
Flutlicht. 20 Grad. Superbedingungen. Jetzt gehts los. Alles für diesen Moment
21:05 Uhr Wie erwartet stürmen die Afrikaner dem Feld in einem Höllentempo voran. 55 sec für die ersten 400m,
                  1:55 min für 800m, die wollen Weltrekord laufen. Und alle, die an diesem Tag ebenfalls Bäume ausreißen
                  wollten und sich am Anfangstempo überschätzten, sollten später Tribut zollen. Marcel lief Runde 1 in 58 sec,
                  das war schon schnell. Er fand sich aber an Vorletzter Stelle. So was macht ihn aber nicht mehr nervös.
                 Nach 800m hatte er 1:58 min, immer noch schneller als bei seinem Vorlauf. Dann fing er an die vor ihm
                 kämpfenden Läufer nach und nach einzusammeln. Er wartete klug bis Ausgangs der Zielgeraden und
                 zog diesmal einen Schlussspurt an, dem keiner mehr folgen konnte. Am Ende waren die erwarteten 4 Afrikaner
                 vorne und auf den 1 Jahr älteren Läufer aus Spanien fehlten Marcel gerade mal eine Sekund            
            
    Mit 3:42,72 lief er nur knapp 2 Zehntelsekunden hinter seiner Bestzeit und das in einem WM-Finale. Dazu ein
                 nie erwareter Platz 6!!!  Das ist Wahnsinn, was er in seinem 1. A-Jugendjahr zu leisten in der Lage ist.
                Sensationell was für ein toller und taktisch kontrollierter Lauf. Bravo Marcel, du bist der Größte.
21:30 Uhr Wir treffen Marcel in der Mixed-Zone und der sitzt da und lächelt. "Ich war so gut drauf, dass ich jetzt
                  weniger fertig bin, wie nach dem Vorlauf". Er strahlt über das ganze Gesicht - der Trainer strahlt um die
                 Wette mit. Was für ein Tag. Was für Emotionen. Was für ein Potential in diesem jungen Läufer.
22:00 Uhr Noch ein bisschen auslaufen, Abend essen (die letzte kleine Mahlzeit lag vor dem Feueralarm).duschen
                 umziehen.
22:45 Uhr Athlet und Heimtrainer fahren nach Downtown Moncton und trinken zusammen ein typisch kanadisches
                 Bier mit Blueberries (die in diesem Bier rumschwimmen). Die Welt steht für einen Moment still und wir
                 genießen das Gefühl nach einer sehr gut erledigten Aufgabe. Das nächste Bier anläßlich eines welt-
                 umspannenden Wettbewerbes haben wir uns für ein Pub in London versprochen. In Rio 4 Jahre später
                 ein oder zwei Caipirinas.
01:00 Uhr Marcel im Athletendorf abgesetzt - DAS WAR EIN PERFEKTER TAG

                  
Mittwoch, 21. Juli 2010 - Ruhetag

Zusammenfassung vom Vortag:
* Marcel wird im 1. Vorlauf Vierter, der Sieger aus Kenia nachträglich disqualifiziert. Warum weiß niemand.
  Somit steht Marcel nun in den Ergebnislisten als Dritter! Bei den WM-Bildern auf der Anzeigetafel war er noch
  als Vierter angezeigt. Ergebnislisten viel zu spät im Internet auf
www.iaaf.org.
* Marcel sicher im Finale am Donnerstag 21:05 (2:05 morgens in Deutschland) - das heißt aufstehen, wie früher
  beim Boxen von Ali, Tyson oder Klitschko.
* 4 Afrikaner sind im Finale vor Marcel. Dann Europa mit einem schnellen Spanier, Schweden, Australien..
* Die Zeiten des 2. Vorlaufes sind ohne Aussagekraft. Der Lauf war zu leicht besetzt und vor allem der
  Marokkaner musste nicht alle Karten aufdecken. Der konnte sich am meisten schonen!!!
* Dann dürfen wir rechnen: 4 Afrikaner, der Spanier, ein Australier und ab da heißt es mitfiebern.
   Reicht es, wie im Vorjahr bei der U18-WM, erneut für eine Top-Ten-Platzierung. Und das schon im ersten
   A-Jugend-Jahr?

07:00 Uhr  Guten Morgen aus Kanada - endlich eine lange Nacht mit viel Schlaf für Athlet und Trainer.
                    Wetter heute sieht heiß aus - keine Wolke am Himmel. Das werden sicher 30°. Heute alles
                    kein Problem - es ist Ruhetag für Marcel. Nicht ganz - leichter Dauerlauf am Vormittag ist geplant.
                    Und später Taktikbesprechung - was überraschendes.
08:00 Uhr Frühstück - Marcel mit Toast und Obst und allen gesunden Sachen im Athletendorf -
                   Coach im Hotel für die Nerven: Pfannkuchen mit Ahornsirup.
09:00 Uhr Marcel online - hat in den letzten Tagen hunderte von Kommentaren im Facebook, als Mails oder SMS
                   bekommen. Die Anteilnahme an seiner Leistung hier überwältigend. Morgen noch mal 100% für alle Fans.
                   Danach freut er sich auf die Abschlussparty. Die sei in Badehose an einem kleinen See. Wenn da nur die
                   Deutschen Meisterschaften in Ulm nicht gleich mit Baden gehen :-) ! Nein - ab Donnerstagnacht bis zu seiner
                   Rückreise am Montag ist, abgesehen von ein paar Trainingseinheiten, frei Tag UND Nacht!
10:30 Uhr lockerer Dauerlauf 25 min, Fuß in Ordnung, die Beine insgesamt noch etwas müde, aber das geht den
                   anderen Finalisten sicher genauso. Danach dehnen und ein paar Steigerungen in der Aufwärmhalle
                   (draußen ist es heute schwülheiß).
12:00 Uhr Mittagessen, ein bisschen Billard spielen im Funpark
14:00 Uhr Mittagsschlaf - bei Zimmern ohne Klimaanlage nicht so einfach
15:30 Uhr Mannschaftsbesprechung - wer hat wann wo wie und mit wem zu sein
16:00 Uhr Taktikbesprechung mit dem Heimtrainer - Dauer 2 STUNDEN !!! Aber es ist schließlich auch ein WM-Finale
                   Übrigens, das letzte WM-Finale, das Marcel noch als Jugendlicher bestreiten kann. Da eine U20-WM nur
                   alle 2 Jahre stattfindet, müsste er sich beim nächsten Mal bei den Aktiven qualifizieren. Es geht nicht mehr
                   um die Zeit, es geht um eine möglichst gute Platzierung.
18:30 Uhr Nachtessen
19:00 Uhr ab jetzt im Internet-Live-Stream, um die WM am Bildschirm zu verfolgen. Bisher war Marcel weder bei
                   der Eröffnungsfeier, noch bei irgendeinem anderen Wettkampf als seinem eigenen im Stadion. Und das
                   obwohl das Stadion nur 3 Gehminuten von seiner Unterkunft entfernt ist. Aber iIn der
                   Sonne zu sitzen ist einfach zu stressig. Schliesslich will er hier einen Teil der Veranstaltung selbst
                   gestalten und erst danach ist Zeit zum feiern. Profi-Einstellung.
22:00 Uhr Bettruhe - Gute Nacht aus Moncton und morgen geht´s noch mal richtig ab.             

Dienstag, 20. Juli 2010 - Vorlauf 1500m
Was ist jetzt noch zu sagen - D-Day - Ein Jahr Arbeit für diesen einen Moment. Wir wollen nochmal kurz erinnern:
Da steht ein gerade 18-jähriger junger Mann aus unserem Verein bei der Weltmeisterschaft U20 in Kanada am Start. Er hat versprochen für sich, für seine Eltern, für seinen Verein und für Deutschland sich heute um 11:00 die Lunge aus dem Leib zu rennen. Ein Jahr intensive Vorbereitung mit vielen Entbehrungen, ein Jahr fast tägliches Training. Und hier greift er nun an und will die Welt aus den Angeln heben. Unbekümmert, mutig, selbstbewußt und mit einer derart positiven Einstellung, das wir alle mitfiebern. Marcel, wir stehen alle hinter Dir!! Lass es krachen! Und wir sind jetzt schon unheimlich stolz auf Dich! Wir wissen alle, Du wirst kämpfen, Dein bestes geben und alle Deine Kraft in diesen Lauf legen. Mehr kann keiner erwarten. Jetzt gehts los.... es ist 6:00 in Kanada

06:00 Uhr Einer ist schon wach - der hat nicht geschlafen - der Coach. Wie auch. Das ist doch heute fast nicht zu
                   schaffen. Die Konkurrenz so stark, so eng beieinander.
                   Marcel ist im stärksten Vorlauf und nur die 3 ersten und dazu nur 3 Zeitschnellste aus allen 3 Vorläufen.
                 
 Du Teufelskerl - wie willst Du das schaffen! Andererseits bei 4 starken Läufern in einem Vorlauf müssen
                   auch da welche für ein schnelles Renntempo sorgen. Der Lauf wird sicher nicht langsam!
                   "Das ist Waaahnnsinn, dafür musst Du durch die Hölle ... Hölle, Hölle, Hölle"

06:05 Uhr Wetter: Moncton heute bedeckt. In der Nacht hat es etwas geregnet und abgekühlt. Gut so.
                   Für die endgültige Sicherheit, wer im Finale sein wird sind 3 Vorläufe abzuwarten. 
                   Marcel Startzeit:  11:00 (16:00 Deutschland), Timo Benitz 11:10 und der 3 . Lauf 11:20                 

Marcel
06:30 Uhr Aufstehen und Klamotten überprüfen.
07:00 Uhr Frühstück - leichtes Essen - nicht viel.
07:30 Uhr zurück aufs Zimmer
08:30 Uhr Trainer trifft ein - Tagesakkreditierung hat geklappt. Wir gehen zusammen in die Vorbereitung.  
08:45 Uhr Eintreffen am Aufwärmplatz, "this is Africa" . So ist das bei den Mittelstrecken: dominiert
              von Kenia, Äthiopien, Qatar, Algerien, Marokko... und ein Marcel Fehr  
09:00 Uhr Letzte Motivationsbesprechung mit Marcel. Alle Varianten durchgegangen.Wir gehen von einem
              schnellen Rennen aus, denn der erste Lauf ist zu gut besetzt und keiner will ausscheiden.
09:30 Uhr Marcel beginnt mit Warmlaufen. Wetter 23 Grad. Er hochmotiviert und bereit den Kampf mit
               seinen Konkurrenten aufzunehmen. Totale Konzentration bei Gymnastik mit Musik.
10:15  Uhr Koordination in der Aufwärmhalle. Spannung steigt unaufhaltsam. 
               Trotzdem ist Marcel super gut drauf. Lockerer Sprint.
10:30 Uhr Callroom alles gesagt
11:00 Uhr Startschuß (gleich 4 mal), weil die Läufer nicht richtig stehen. 14 Läufer!
                Marcel am Ende des Hauptfeldes, das ein Höllentempo anschlägt. Marcel liegt auf 
               Kurs 3:45 min. Wahnsinnig schnelle Schlussrunde von allen. Keiner aus diesem starken
               Lauf will über die Zeit zittern müssen. 41 sec für Marcel auf den letzten 300m
11:05 Uhr Marcel wird in seinem Vorlauf knapp Vierter und muss noch warten. Zeit: 3:43,80 min
                Nur 3 Zeitschnellste aus 3 Läufen kommen weiter - das wird ein Zittern!
11:10 Uhr Zweiter Vorlauf war schon mal insgesamt langsamer. Das gibt Hoffnung!
11:28 Uhr Der 3.Lauf wurde nochmal sehr schnell und auch daraus kommt einer über die Zeit weiter.
                Aber Marcel hätte die Zeit als Vierter in diesem Lauf auch gehabt. Das dürfte fürs Finale gereicht
               haben!!!   BILDER VOM LAUF FOLGEN IN KÜRZE !!!!
11:35 Uhr
Marcel mit Vorlaufzeit von 3:43,80 min im Finale! Was für ein grandioser Erfolg für den erst 18-jährigen.
                    Siegerzeit in Marcels Lauf: 3:41,54 min Kenia, dann 3:41,99 Qatar (Mohamad al Garni), dann Marokko mit
                    3:43,27 min - dann DEUTSCHLAND 3:43,80 min !!! WAS FÜR EIN VORMITTAG
                    Überraschung: der mit 3:40 gemeldete Norweger wird nur Siebter und ist raus. Über 1500m ist einfach
                    alles drin. Das geht alles sehr eng her. Deswegen kann die Leistung von Marcel nicht hoch genug
                     eingeschätzt werden. TOP 10 IN DER WELT!!!
11:45 Uhr Marcel beim Physio - Schienbein blutet stark, hat im Rennen einen Spike abbekommen. Wird desinfiziert
                   und verbunden. Fußgewölbe schmerzt wieder aber nicht so stark wie befürchtet. Wird professionel
                   massiert und in Form gebracht. Marcel informiert sich über den Lauf. Video angeschaut. Weitere
                   Planung für die folgenden Tage besprochen.
13:00 Uhr Mittagessen - zusammen mit den anderen die heute Vorläufe hatten (Gesa, Corinna, Timo..).
                   danach mindestens 2 Stunden Mittagsschlaf. Die Abendsession der Wettkämpfe darf er nur im
                   Video-Livestream anschauen -  Schonung angesagt. Mittwoch Taktikbesprechung, leichter Lauf und
                   Regeneration.  
15:00 Uhr Der kenianische Sieger aus dem Vorlauf von Marcel wurde nachträglich disqualifiziert. Das ist nun
                  amtlich und Marcel rutscht auf Platz 3 vor
19:00 Uhr Endlich sind die Ergebnislisten raus. Marcel auf Platz 3! UND IM FINALE
                   Letztes Befinden: müde, müde, müde - glücklich, glücklich, glücklich
                   Fuß geht .. (oder besser: läuft :-)) Entwarnung fürs Finale. Das läßt er sich nicht nehmen.
                   Mohamad al Garni, der Qatari, sitzt vor der Unterkunft und redet über das Finale. Er will gewinnen.
                   Marcel wird das NICHT verhindern, aber sich in dem Rennen teuer verkaufen.
20:00 Uhr Abmeldung für heute aus Moncton. Toller Tag. Riesenerfolg.

Montag, 19. Juli 2010 - Tag der Eröffnungsfeier
05:00 Uhr Morgens (Deutschland schon 10:00) -Trainer ist (natürlich) wach und verarbeitet die Infos des Vortages und die neuesten Bilder für die Homepage. An Schlaf ist doch sowieso nicht zu denken. Das kann Marcel besser. Vorabend Ergänzung: bitte nachlesen

06:00 Uhr Neueste Bilder online - Wer das WM-T-Shirt bestellen will, bitte eMail an Homepage. Für 16 Can$. Größe S
                  ist aber bei uns mindestens M
                  Laut aushängender Meldeliste könnte Marcel gerade mal als letzter ins Finale laufen, aber dafür müsste
                  er  wahrscheinlich Bestzeit laufen. "Ich fühle mich fit und denke ich kann meine Leistung abrufen". Das hoffen
                  wir alle und drücken die Daumen.
08:30 Uhr Frühstück (übrigens alles aus Plastiktellern und Besteck)

Eine KATASTROPHE bahnt sich an !!!! Im Stadion sind private Videokameras verboten - erfahren die Zuschauer heute aus der aktuellen Tageszeitung. Das wird ein Schmuggelwettbewerb der vor Jahren schon mal schief ging als Sebastian Schneider beim Eishockey in Toronto filmen wollte.

LIVESTREAM IM INTERNET: http://www.cbc.ca/sports/amateur/moncton2010/live-stream.html
--> Leider ist der Livestream nur für Internet-User aus Kanada verfügbar!

10:00 Uhr Marcel absolviert seine letzte Trainingseinheit vor dem WM-Vorlauf, lockerer Dauerlauf mit ausdehnen
12:30 Uhr Mittagessen - Kohlehydrate, Obst, Wasser
                   auf dem Zimmer noch etwas ausruhen, Kühlschrank auf dem Zimmer ist voll mit Wasser, Marcel trinkt
                    gefühlte 4-5 Liter am Tag. 
                   danach ein bisschen ablenken im "Fun-Park" mit Billard
14:30 Uhr Treffen mit Heimtrainer - Fahrt nach "Downtown"-Moncton. Bei O-Saft-Schorle entstehen einige Fotos ein 
                   Video-Interview, Planung des Wettkampftages, nochmal Wiederholung des geplanten Rennablaufes.
                   Es wird sehr schwer werden - denn mehr als 10 Athleten liegen nur in knapp 2 sec der Bestzeit auseinander.
                   Ein Fehler - und aus der Traum. 5 Läufer sind klar unter 3:40, die sind sicher weiter und danach ist alles mehr
                    als offen. Es wird so sein, dass die 3 ersten jeden Vorlaufes und weitere 3 Zeitschnellste in das Finale am
                    Donnerstag einziehen werden. In seiner Altersklasse wäre Marcel unter den Top 3. Aber man darf nicht
                    vergessen, dass er erst 18 bei einer U20-WM ist, also viele Athleten noch ein Jahr älter als er.

                    Die größte Sorge ist immer noch der lädierte Fuß. Jetzt durch die ruhige Vorbereitung ist Marcel quasi
                    schmerzfrei, aber der Vorlauf wird den Fuß so stressen, dass ein mögliches Finale fraglich sein kann.
                    Im Moment heisst es aber: im Vorlauf alles geben!!
16:00 Uhr Rückfahrt ins Athletendorf - Austausch von Postkarten und Fotos. Marcel wird im Zimmer bleiben und nicht an
                    der Eröffnungsfeier teilnehmen. Dazu liegt sein Wettkampf am Folgetag vormittags zu nahe.
17:30 Uhr Eröffnungsfeier beginnt - es sieht ein bisschen nach Regen aus. Das Stadion ist laut Ticket-Sales ausverkauft
                  Shuttle-Busse fahren von den Außenbezirken mit den Zuschauern zur Moncton University. Klappt alles prima

                  UND DIE ERSTEN 20 min WM-FILM SIND IM VIDEOKASTEN - Kamera reingeschmuggelt. Regenschirme mussten
                  alle am Eingang abgegeben werden. Videokamera kam unentdeckt ins Stadion. Hoffentlich morgen auch!

19:20 Uhr Erster offizieller Wettkampf beginnt - 3000m der Frauen. Kenia gewinnt erste Goldmedaille.
21:30 Uhr Marcel hat den Folgetag vorbereitet. Startnummer am Trikot, Rucksack gepackt, Spikes geprüft. Der Körper
                  hat Adrenalin für einen sehr guten Wettkampftag. Videos von deutschen Spitzenläufern angeschaut
                 zur eigenen Motivation.
22:00 Uhr Die Einteilung der Vorläufe stehen bei der IAAF-Homepage im Internet. Marcel ist gleich im ersten Vorlauf dran.
                 Wir hatten uns den letzten gewünscht. Er läuft mit seinem Freund Mohamad Al Garni (siehe Fotos) aus Qatar,
                  der Nummer 3 in der Welt. Dazu ein Äthiopier, ein Kenianer und der sehr starke Norweger Ingebrigtsen.

                Uuuhhhh, das Rennen wird ein ganz harte Nuss werden, denn die ersten 3-4 Plätze dürften vergeben sein.
                 Marcels Zimmerkollege Timo Benitz läuft im zweiten Vorlauf.
ab 22:00 der Trainer wird die Nacht durcharbeiten und die Infos aktualisieren. Der Zeitplan für den Dienstag steht. 
 
Kanada und seine "Besonderheiten"
* Im Land mit den meisten Wasservorräten der Welt ist "Wasser sparen" ein Fremdwort. Es gibt in der Hoteldusche tatsächlich nur einen Regler "Heiß" oder "Kalt" - und bei "Wasser marsch" schüttet es aus dem Duschkopf wie aus Kübeln. Keine Dosierung möglich!

* Kein Stück ohne Auto - auf den Landkarten sind die Strecken angenehm nahe beieinander eingezeichnet. Selbst die Hauptstrasse von Moncton muss man mit dem Auto "ablaufen", da nur alle paar Hundert Meter ein Haus, ein Supermarkt oder ein Fast Food-Tempel steht. Zu Fuß geht man hier nicht. Öffentliche Transportmittel?

* Die Klimaanlagen laufen immer auf der Stufe "Eisschrank", egal ob im Hotel, in Supermärkten, in Fast Food Restaurants, in Autos oder Bussen. Und das bei derzeit 29-32° Außentemperatur.

* Das Essen ist international: Der Italiener heißt "Pizza Hut", die einheimische Küche "McDonalds" oder "Burger King". Bei Subway wird das Fast Food frisch zubereitet :-). Das Hotel hat einen Swimming Pool, der Coach noch keine Badehose, aber bis eine Badehose gekauft ist, ist die bis heute eh schon gefährdete "Schwimmfigur" sicherlich total ruiniert.

* Bürokratie kennen wir von Deutschland - das hat Kanada meisterhaft kopiert und mit einer Extra-Portion Sturheit, zumindest rund um die WM verfeinert. Kein Duchkommen mit dem Auto in Stadionnähe. Kein Blick ins Stadion erlaubt, keine Fotos der technischen Anlagen, Aufwärmplatz ohne Akkreditierung: "verboten". Zum Glück werden die Ereignisse auch im kanadischen Fernsehen übertragen. Das ist die freie Zeit gesichert.

Sonntag, 18. Juli 2010 - Reisetag -
ÜBRIGENS: In der Bildzeitung stand im Widder-Horoskop unter dem Stichwort "Bester Tag:"
DIENSTAG - da hängen Sie die Konkurrenz ab !!!     In diesem Fall glauben wir an Horoskope

Die Nationalmannschaft reist von Charlottetown mit dem Bus 180 km (3 Stunden) ins WM-Athletendorf in Moncton
Heimtrainer reist von Montreal nach Moncton - Quartierbezug im Hotel in Moncton

Ortszeit
17:00 Uhr Marcel ist in Moncton "gesundes Essen und ein SUPER ATHLETENDORF"
"Stadion ist traumhaft" - jetzt noch etwas ausruhen, dann Teamsitzung, diese Info noch per SMS. Kein Physiotermin mehr möglich - sind mit anderen kränkelnden Athleten ausgebucht
17:00 Uhr "Private Coach" trifft in Moncton ein - problemlose Autoanmietung (PT Cruiser) und
in 10 min zum Hotel gefahren. "SUPERHOTEL" mit Pool und Fitnessraum sowie Highspeed-Internet, damit sind Berichte und Bilder für die nächsten Tage gesichert. 

Trainerakkreditierung kann vielleicht heute geklärt werden - wir hoffen das Beste!
Bis zum Abend alles noch unsicher. Trainer kauft sich zur Sicherheit Eintrittskarten für die
Eröffnungsfeier und  die Wetkampftag(e) ? von Marcel. Wie immer optimistisch.

18:00 Uhr Marcel trifft seinen 3:36 min-Konkurrenten aus Qatar. Überall Athleten aus aller Herren Länder.  Farbenfrohes Bild und Inspiration für Marcel. "BIN MEGA MOTIVIERT"- "Freue mich riesig auf den Lauf"
19:00 Uhr  Abendessen der Athleten auf dem Campus der Uni Moncton. Marcel ist mit dem Essen zufrieden.
20:00 Uhr Endlich klappt auch der Internet-Anschluß bei Marcel. Ab jetzt sind wir beide "online"
20:00 Uhr Statt Ausruhen oder Spazieren gehen trifft Marcel nun die erste internationale Dopingkontrolle inclusive Bluttests. Erst um 22:00 ist er wieder in seiner Unterkunft.
22:00 Uhr Bettruhe  letzte SMS "erste internationale Kontrolle hinter mir, muss jetzt gleich schlafen - sehen uns morgen"
Zeitumstellung: "Habe mich jetzt daran gewöhnt"

19:00 Uhr Private Coach besichtigt Stadion und kauft Tickets für die "wichtigen" Veranstaltungen. Dazu das offizielle WM-T-Shirt. Wenn schon, denn schon. In der Abendsonne von Moncton (29°) mit Blick auf das Stadion kann man die Vorfreude spüren.
Abendessen fällt aus - in der Stadt (= nur eine Hauptstrasse) nur Fast Food. Das passt nicht.

Samstag, 17. Juli 2010
Heute nur sporadische Aktualisierung, da Handy-Empfang und SMS zu den Prince-Edward-Island nur bedingt möglich ist. Ab heute nur noch Zeitangaben von Moncton (zu Deutschland -5 Stunden)

Das kanadische Fernsehen (CBC) ist einer der Hauptsponsoren und übeträgt ALLE Wettkämpfe der U20-World Championships live! Unter
www.cbcsports.ca gibt es vielleicht auch einen Live-Stream! Bitte in Deutschland prüfen, ob der Zugang kostenlos möglich ist.

08:30 Uhr Frühstück - ganz normaler Tag - Training am Vormittag - Fast Food zum Mittagessen
- Mittagsruhe 2 Stunden - Physio-Termin (Fuß besser)- Spaziergang - Zeitvertreib in der Unterkunft  und Vorbereiten auf Weiterreise.

Freitag, 16. Juli 2010
Aktuelle Meldeliste der Teilnehmer seit 2 Tagen online - über 1500m sind 43 Voranmeldungen
Marcel wird es sehr schwer haben unter die besten 12 ins Finale zu kommen!!! Laut seiner Bestzeit wäre er nicht im Finale - da ist noch eine Steigerung notwendig.

Handy-Empfang auf der Insel nur mäßig bis gar nicht. Email funktioniert.

08:30 Uhr Frühstück wie immer - das Essen allgemein ist aber zu ungesund (FastFood eben)
10:00 Uhr im Stadion letzte härtere Tempoeinheit vor dem großen Tag (Dienstag, 20.7.)
200m-Läufe - und da der britische Konkurrent über 1500m auch im Stadion war wollte Marcel mal wieder die Muskeln spielen lassen und den letzten in 27,9 sec rennen. "Aber alles locker" wie er versichert
12:30 Uhr Mittagessen und als alle anschließend in die Stadt gehen macht Marcel - ganz Profi - sein Mittagsschläfchen und ruht sich weiter aus
16:00 Uhr Zweite lockere Einheit: Dauerlauf
17:00 Uhr zur Massage beim Physio - alles ok - Anpassung an Kanada macht langsam Fortschritte:
"Fühle mich von Tag zu Tag besser - die andere kochen auch nur mit Wasser"
DAS IST DIE RICHTIGE EINSTELLUNG
Obwohl das Fußproblem der letzten Tage noch akut ist sagt Marcel: "wir lassen uns nicht nervös machen"

Donnerstag, 15. Juli 2010
08:30 Uhr aufstehen und Frühstück - noch etwas müde
10:00 Uhr Besichtigung der Trainingsanlagen in Charlottetown, riesiges Stadion, olympische Schwimmhalle, Stadion. Danach    Getränkeeinkauf in riesigen Supermärkten - "Alles XXL"
13:00 Uhr Mittagessen (leider fast nur Fast Food, "Klischee bestätigt")
bis 15:00 Uhr  Versuch 2 weitere Stunden schlafen (daraus wurde aber nur 1 Stunde)
16:00 Uhr erste Trainingseinheit auf kanadischem Boden, lockerer Dauerlauf mit Timo und Gesa - Beine noch müde und schwer - leider !!!
18:00 Uhr Nachtessen,  danach  Teambesprechung
22:00 Uhr Orszeit Bettruhe = 03:00 in der Nacht bei uns !!! Zeitumstellung in den ersten Tagen nicht einfach für einen Leistungssportler

ERSTE FOTOS AUF DER HOMEPAGE

Mittwoch, 14. Juli 2010
05:51 Uhr  Abfahrt ICE von Stuttgart zum Flughafen Frankfurt
08:55 Uhr  Das Nationalteam trifft sich am Abflugterminal
10:45 Uhr  Abflug mit AirCanada nach Toronto
13:00 Uhr (Ortszeit) Ankunft in Toronto (bei uns 19:00 Uhr)
1. SMS von Marcel aus Kanada: "nach 7 Std gut in Toronto gelandet"
"4 Std warten auf Anschlußflug nach Moncton" - "mir gehts gut"
Na dann ist ja alles ok!
17:05 Uhr (Ortszeit) Weiterflug nach Moncton - Ankunft dort 19:59 Uhr (1:00 in Deutschland)

anschließend Weiterreise etwa 180 km mit dem Bus nach Charlottetown auf Prince Edward Island - dort ist ein 4 Tage-Vorbereitungscamp für das Deutsche Team
24:00 Uhr (Ortszeit) Quartierbezug, mit Timo Benitz, dem zweiten deutschen 1500m-Läufer
auf dem Zimmer

Dienstag, 13. Juli 2010
18:00 Uhr  Beginn der letzten Trainingseinheit auf deutschem Boden vor der Abreise
Superzeiten über die 1000m - alles im grünen Bereich
20:00 Uhr  Neue Broschüre LG Limes-Rems im Gepäck und Verabschiedung von seinen beiden tollen Trainingspartnern Christian Bauch und Daniel Heckenlaible - aus dem "harmonischen Trio" ab heute: EINER FÜR ALLE

Infos zur Weltmeisterschaft im Internet über:
www.iaaf.org                   Internationaler Leichathletikverband
www.moncton2010.ca   Offizielle Homepage der Weltmeisterschaft
www.leichtathletik.de   Deutscher Leichtathletikverband

Montag, 12. Juli 2010
18:00 Uhr  Letzte gemeinsame Trainingseinheit im Verein vor der Abreise
20:00 Uhr  Gemeinsames Hefezopfessen und die besten Wünschen von allen Trainingskameraden.              

Sonntag, 11. Juli 2010
Aktuelle Weltrangliste vor dem Abflug nach Moncton.
Marcel auf Platz 15 !!!  Das wird sehr schwer mit dem Ziel Finale!!!
3:35.76            Mohamed Bensghir      MAR   91                   
3:36.32            Mohamed Al-Garni       QAT    01. Jul 92     
3:38.16            Gideon Mageka           KEN    31 Dec 93      
3:38.39            Zebene Alemayehu      ETH     04. Sep 92      
3:38.71            Caleb Ndiku                KEN    9 Oct 92         
3:40.14            Henrik Ingebrigtsen      NOR   24. Feb 91      
3:40.46            Alex Cherop                UGA    15. Jan 91       
3:40.90            Clement Langat           KEN    18 Dec 91      
3:41.02            Samir Dahmani            FRA    03. Apr 91      
3:41.09            Robby Andrews           USA    29 Mar 91      
3:41.81            Dawit Wolde                ETH     19 May 91      
3:42.25            Hamza Driouch            QAT    93       
3:42.37            Brett Robinson            AUS    8 May 91        
3:42.48            Damian Roszko           POL    11. Nov 91     
3:42.51            Marcel Fehr               GER   20. Jun 92      
3:42.63            Jonathan Ndiku            KEN    18. Sep 91      
3:42.90            Otmane Laaroussi        MAR   20 Mar 92      
3:42.92            Thomas Farrell             GBR    23 Mar 91      
3:43.05            Teklit Teweldebrhan      ERI      1 Oct 93         
3:43.22            Niall Brooks                 GBR    08. Jul 91        
3:43.46            Abdelhadi Labäli           MAR   26. Apr 93      
3:43.83            Paul Robinson              IRL      24 May 91      
3:43.91            Harry Ellis                    GBR    14 Dec 91      
3:44.17            Bryan Cantero              FRA    28. Apr 91      

Samstag, 10. Juli 2010
2 Trainingseinheiten bei 35° - die neuen WM-Spikes bewähren sich. Nach dem ganzen Schulstreß und weniger Schlaf kommt jetzt die Kraft langsam zurück. Auch das Schlafdefizit wird langsam aber sicher abgebaut. Alles fit für die WM.

Freitag, 09. Juli 2010
12:15 DLV verschickt die Flugpläne für die Athleten.
9 Teilnehmer aus Baden-Württemberg sind dabei
Am Mittwoch 14.7. Flug mit Air-Canada 10:45 von Frankfurt nach Montreal Ortszeit 17:05 weiter nach Moncton mit Ankuft 19:59 Uhr (+5 Std zu Dtschld)


Donnerstag, 08. Juli 2010
Offizielle schriftliche Einladung des Deutschen Leichtathletikverbandes in der Post
Letzte Klassenarbeiten/GFS in der Schule erfolgreich abgeschlossen und ab jetzt volle Konzentration auf die WM
Ausdauertrainingseinheit bei 35° mühsam - aber alles kein Problem

Dienstag, 06. Juli 2010
Jetzt ist es offiziell, Marcel bei der U20-20 WM dabei.
30 Mädels, 36 Jungs und 31 Offizielle fliegen nach Kanada
http://www.leichtathletik.de/index.php?NavID=1&SiteID=28&NewsID=28399
... ein Heimtrainer fliegt hinterher...

Montag, 05. Juli 2010
Generelle Vorabinformationen:
Moncton/New Brunswick im Osten Kanadas mit etwa 65000 Einwohner
Zeitunterschied -5 Stunden
Abflug des DLV-Teams 14. Juli über Montreal
Vorlauf 1500m am 20. Juli 11:00 Ortszeit

Samstag, 03. Juli 2010
18:10 Uhr DLV Gala-Mannheim 1500m letzter Qualifikationslauf für die U20 WM
18:20 Uhr Marcel in 3:46,67 im Ziel und damit als bester Deutscher qualifiziert.

 
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